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Caring for Natures?

Geschlechterperspektiven auf (Vor)Sorge im Umgang mit 'Natur/en'

Forschungsvorhaben im Rahmen des Programms „Geschlecht – Macht – Wissen. Genderforschung in Niedersachsen“ des Niedersächsischen Ministeriums für Wissenschaft und Kultur

Projektlaufzeit: Februar 2017 - Januar 2020

‚Care‘ ist ein aktuell viel beachtetes Thema der Geschlechterforschung. Das Forschungsvorhaben setzt in macht- und herrschaftskritischer Perspektive an den theoretischen und gegenstandsbezogenen ‚blinden Flecken‘ der Care-Debatten an. Es wird gefragt, ob und wie die vornehmlich sozialwissenschaftlichen Zugänge zu ‚Care’, die auf die Analyse von Mensch-Mensch-Beziehungen ausgerichtet sind, eine Erweiterung auf den Gegenstandbereich ‚Natur/en‘ ermöglichen. Damit wird zugleich das Forschungs- und Politikfeld Nachhaltige Entwicklung adressiert, das die (Vor)Sorge für Menschen und ‚Natur‘ zu verbinden sucht. Diese Perspektiverweiterung auf Vorsorge bildet einen zentralen Zugang im Projekt: Anhand des Naturschutzkonzepts Prozessschutz wird untersucht, inwiefern Zukunftsorientierung im Umgang mit ‚Natur/en‘ bereits eingeschrieben ist. Ziel des Vorhabens ist es, eine macht- und herrschaftskritische Perspektive auf feministische Debatten um ‚Care’ und Vorsorge für naturbezogene Handlungsbereiche zu entwickeln.

In empirischen Studien werden zwei unterschiedliche Typen von Schutzgebieten untersucht: Mit den Nationalparken Bayrischer Wald und Schwarzwald solche, die als ‚alte Wildnis‘ naturnahe Ökosysteme repräsentieren (Teilprojekt 1, Leibniz Universität Hannover). Mit dem Schöneberger Südgelände in Berlin und der Bergbaufolgelandschaft Goitzsche bei Bitterfeld anthropogen überformte bzw. geschaffene Ökosysteme als ‚neue Wildnis‘ (Teilprojekt 2, Leuphana Universität Lüneburg). Begleitet werden die vier Fallstudien durch eine wissenschaftstheoretische und -kritische Analyse, die nach den Theorien, Modellen und Kategorien der jeweiligen Naturschutzintention fragt (diversu e. V.). 

Die Projektergebnisse werden in einem Band der Buchreihe der Einrichtungen für Frauen- und Geschlechterforschung in Niedersachsen "LAGEN'da" unter dem Titel "Für Natur sorgen? Dilemmata feministischer Positionierungen zwischen Sorge- und Herrschaftsverhältnissen" veröffentlicht, der im Herbst 2020 erscheinen soll.

Kontakt:

Prof. Dr. rer. soc.Tanja Mölders (Leitung)

MGM-Juniorprofessorin für Raum & Gender

E-Mail: t.moeldersarchland.uni-hannover.de